Inhalt (7 Abschnitte)
- Beschlossen ist nichts (Stand 09.10.2026) – der Rechner zeigt Szenarien nach dem Kommissionsvorschlag vom 23.06.2026.
- Regelbeitrag 2027 rechnerisch rund 768 € im Monat (18,6 % × Bezugsgröße 4.130 €).
- Einkommensbezogen wären es 18,6 % des Gewinns bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2027: 8.850 € im Monat).
- Gründer sollen drei Jahre nur den halben Regelbeitrag zahlen (rund 384 € im Monat).
Nach dem Vorschlag der Alterssicherungskommission würdest du als Selbstständige/r rund 768 € im Monat (Regelbeitrag 2027, rechnerisch) oder wahlweise einen einkommensbezogenen Beitrag zahlen – bei 18,6 % wären das etwa 558 € bei 3.000 € Gewinn. Beschlossen ist das nicht (Stand 09.10.2026).
Szenario auf Basis des Vorschlags der Alterssicherungskommission (23.06.2026) – kein Gesetz. Beitragssatz 18,6 % (2027 voraussichtlich unverändert), Bezugsgröße 2027 4.130 € und Beitragsbemessungsgrenze 8.850 € laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 (Bundesrat ausstehend). Wie ein einkommensbezogener Beitrag genau berechnet würde, ist offen.
Dein Ergebnis sichern & Vorsorgewege prüfen lassen
Wir senden dir deine Rechnung per E-Mail. Auf Wunsch zeigt dir ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk, welche Vorsorgewege zu deinem Gewinn passen – nüchtern und unabhängig davon, wie die Politik am Ende entscheidet.
- Beide Kosten-Szenarien für deinen Gewinn als Zusammenfassung
- Der Rentenpflicht-Fahrplan: Stand, Betroffenheit, Kosten-Szenario und Vorsorgewege
- Auf Wunsch: Rückruf eines Partner-Experten zu deinen Vorsorgewegen
Geschafft! Danke! Wir senden dir dein Ergebnis per E-Mail. In der Regel innerhalb von 24 Stunden (werktags) meldet sich ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk bei dir.
Rentenpflicht-Fahrplan für Selbstständige (PDF)So rechnet der Rentenpflicht-Rechner
Der Rechner bildet die beiden Beitragsmodelle aus Empfehlung 22 der Alterssicherungskommission vom 23.06.2026 mit den Werten für 2027 nach:
- Regelbeitrag: 18,6 % der Bezugsgröße von 4.130 € = 768,18 € im Monat, egal wie hoch dein Gewinn ist. Beantwortest du „Gründest du gerade erstmals?“ mit Ja, halbiert der Rechner ihn auf 384,09 € (vorgeschlagene Karenzzeit von drei Jahren).
- Einkommensbezogen: 18,6 % deines Monatsgewinns, höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.850 €. Der Beitrag liegt damit zwischen 0 € und 1.646,10 € im Monat.
- Zusatzwerte: Der Anteil am Gewinn teilt den (ggf. halbierten) Regelbeitrag durch deinen Gewinn. Die Jahresspanne zeigt den niedrigeren und den höheren Monatsbeitrag mal 12.
Annahmen und Grenzen: Bezugsgröße und Beitragsbemessungsgrenze 2027 stammen aus dem Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026; der Bundesrat muss noch zustimmen. Der Beitragssatz von 18,6 % für 2027 ist eine Prognose; für 2028 erwarten Prognosen 19,8 bis 19,9 %. Als Bemessungsgrundlage nimmt der Rechner deinen Gewinn vor Steuern – wie ein Gesetz das Einkommen ermitteln würde, ist offen. Nicht eingerechnet sind ein Mindestbeitrag (für heutige Pflichtversicherte 2026: 112,16 € im Monat), ein halbierter einkommensbezogener Beitrag für Gründer und die Steuerentlastung durch den Sonderausgabenabzug.
Rechenbeispiel Schritt für Schritt
Standardwerte des Rechners (Beispiel): 4.000 € Gewinn im Monat, keine Erstgründung.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Regelbeitrag | 4.130 € × 18,6 % | 768,18 € |
| Einkommensbezogen | 4.000 € × 18,6 % (unter der BBG) | 744,00 € |
| Regelbeitrag in % des Gewinns | 768,18 € ÷ 4.000 € | 19,2 % |
| Spanne pro Jahr | 744,00 € × 12 bis 768,18 € × 12 | 8.928 – 9.218 € |
| Als Gründer/in: halber Regelbeitrag | 768,18 € ÷ 2 | 384,09 € |
Der Rechner zeigt die Monatswerte gerundet (768 € und 744 €). Bei 4.000 € Gewinn wäre die einkommensbezogene Variante also etwas günstiger. Die Grenze liegt bei der Bezugsgröße: Liegt dein Gewinn über 4.130 €, wäre der Regelbeitrag niedriger. Als Gründer/in läge die Jahresspanne bei 4.609 bis 8.928 €.
Beispiele: Was die Pflicht kosten könnte
| Gewinn pro Monat | Regelbeitrag | Einkommensbezogen | Gründer (halber Regelbeitrag) |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 768,18 € | 372,00 € | 384,09 € |
| 3.000 € | 768,18 € | 558,00 € | 384,09 € |
| 4.130 € | 768,18 € | 768,18 € | 384,09 € |
| 6.000 € | 768,18 € | 1.116,00 € | 384,09 € |
| 9.000 € | 768,18 € | 1.646,10 € (BBG) | 384,09 € |
Der Regelbeitrag ist ein Festbetrag: Wer wenig verdient, zahlt anteilig viel; wer viel verdient, anteilig wenig. Deshalb soll ein einkommensbezogener Beitrag als Wahlmöglichkeit Selbstständige mit geringeren Einkünften vor Überlastung schützen.
Ergebnis richtig einordnen
Kein Gesetz, nur ein VorschlagStand 09.10.2026 gibt es für bisher nicht pflichtversicherte Selbstständige weder ein Gesetz noch einen veröffentlichten Gesetzentwurf. Der Rechner beruht auf der Empfehlung der Alterssicherungskommission; der Koalitionsausschuss will die Empfehlungen umsetzen. Stichtag, Beitragsmodell und Opt-out-Regeln sind offen. Eine Befreiung von einer künftigen Pflicht kann dir niemand zusagen – auch nicht über den Abschluss eines Vorsorgeprodukts.
Was das Ergebnis für dich bedeutet, hängt vom Stichtag ab: Wer dann schon selbstständig ist, soll sich laut Kommission ohne Voraussetzungen befreien lassen können. Wer danach erstmals gründet, soll kein Opt-out bekommen. Der Koalitionsvertrag 2025 hält dagegen „andere Formen der Altersvorsorge“ offen – dieser Widerspruch ist ungeklärt. Außerdem ist der Bruttobeitrag nicht deine Nettobelastung: Rentenbeiträge sind bis zum Höchstbetrag als Sonderausgaben abziehbar (2026: 30.826 € für Ledige).
Was du für deinen Beitrag bekommen würdest
Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rente bauen Rentenanwartschaften auf und schließen den Schutz bei Erwerbsminderung und Reha-Leistungen ein. Wie viel Rente am Ende herauskommt, hängt von Beitragshöhe und Beitragsjahren ab: Mit den Werten 2027 bringt ein Jahr Regelbeitrag rechnerisch rund 0,93 Entgeltpunkte, also rund 39 € Monatsrente in heutigen Werten. Wie viel Rente ein selbst gewählter Beitrag bringt, zeigt der Rechner für die freiwillige Rentenversicherung; alle Beitragswerte 2021 bis 2027 stehen auf der Datenseite Regelbeitrag Rentenversicherung 2027. Ob sich für dich eher die gesetzliche Rente oder – falls du dich befreien lassen könntest – eine private Alternative lohnt, vergleicht unser Ratgeber Gesetzliche Rente oder privat vorsorgen?.
Und wenn du dich befreien lassen könntest?
Für bereits Selbstständige schlägt die Kommission ein Opt-out ohne Voraussetzungen vor. Wer davon Gebrauch macht, sollte trotzdem verlässlich vorsorgen – etwa mit einer Basisrente, deren Beiträge 2026 bis 30.826 € (Ledige) als Sonderausgaben abziehbar sind. Wie viel Steuern du damit sparen würdest, zeigt der Basisrente-Steuerrechner. Was rund um das Opt-out geplant und offen ist: Opt-out bei der Rentenpflicht.
Was du jetzt tun kannst
- Finde heraus, ob du nach den Plänen betroffen wärst: Wer ist von der Rentenpflicht betroffen?
- Prüfe, ob du schon heute pflichtversichert bist, etwa als Lehrer/in oder Handwerker/in: Rentenversicherungspflicht für Selbstständige heute
- Du gründest gerade? Was Stichtag und Karenzzeit bedeuten könnten: Rentenpflicht für Gründer
- Bleib auf dem Laufenden: aktueller Stand der Rentenpflicht für Selbstständige
Häufige Fragen
Wie hoch wäre der Beitrag bei einer Rentenpflicht für Selbstständige?
Nach dem Vorschlag der Alterssicherungskommission orientiert er sich am Regelbeitrag der Handwerker – 2026 735,63 € im Monat, 2027 rechnerisch rund 768 €. Wahlweise soll ein einkommensbezogener Beitrag möglich sein. Beschlossen ist das nicht.
Muss ich 18,6 % meines Gewinns zahlen?
Das ist nur eine der diskutierten Varianten: ein einkommensbezogener Beitrag, der sich am Beitragssatz der gesetzlichen Rente orientiert. Wie er genau berechnet würde, ist offen. Der Rechner zeigt ihn als Szenario.
Was zahlen Gründer?
Die Kommission schlägt eine Karenzzeit von drei Jahren vor, in der nur der halbe Regelbeitrag zu zahlen ist – und zwar nur bei der erstmaligen Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit.
Sind die Beiträge steuerlich absetzbar?
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind als Altersvorsorgeaufwendungen im Rahmen des Höchstbetrags als Sonderausgaben abziehbar – derselbe Topf wie bei der Basisrente. Details klärt deine Steuerberatung.
Ab welchem Gewinn ist der Regelbeitrag günstiger als der einkommensbezogene Beitrag?
Im Szenario 2027 ab einem Monatsgewinn über 4.130 € – das ist die Bezugsgröße laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026. Darunter wäre der einkommensbezogene Beitrag von 18,6 % niedriger, darüber der feste Regelbeitrag von rund 768 €. Für Gründer mit halbem Regelbeitrag (rund 384 €) läge die Schwelle bei 2.065 €. Ob ein Gesetz diese Wahl so übernimmt, ist offen.
Wann kommt die Rentenpflicht für Selbstständige?
Das steht nicht fest. Stand 09.10.2026 gibt es weder ein Gesetz noch einen veröffentlichten Gesetzentwurf. Laut Medienberichten vom 09.10.2026 soll das Kabinett die Rentenreform bis Jahresende beschließen, der Bundestag voraussichtlich im Frühjahr 2027. Den Stichtag würde erst das Gesetz festlegen.
Quellen
- BMAS: Empfehlungen der Alterssicherungskommission (Juni 2026) – Empfehlung 22, S. 51–52
- Deutsche Rentenversicherung: Werte der Rentenversicherung – Stand 01.07.2026
- Bundesregierung: Rechengrößen 2027 (Kabinettsbeschluss) – 07.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Altersvorsorge für Selbstständige (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Stand der Gesetzgebung: Eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige ist nicht beschlossen; wir können keine Befreiung von einer künftigen Pflicht garantieren. Steuerliche Hinweise sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung. Herausgeber: Rentenpflicht-Check.de. Rentenpflicht-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.